Beim Eintrag von Honigtauhonig (Waldhonig) ist das Zuckerspektrum grundsätzlich ein anderes wie von Honig aus Nektar (Blütenhonig). Waldhonig enthält neben einer Vielzahl an Zuckerarten mit geringeren Anteilen in der Regel viel Fruchtzucker und bleibt daher länger flüssig. Nicht so in der Saison 2024!
Aufgrund des besonderen Witterungsverlaufes und dem Auftreten spezieller Honigtauerzeuger kamen heuer nennenswerte Anteile von Melizitose im Honigtau vor. Der Dreifachzucker ist aufgrund der in etwa dreifachen Molekülgröße im Vergleich zur Furchtzucker wesentlich schlechter löslich in Wasser. In der Praxis bedeutet das, dass der frische Eintrag bereits kurz nach dem Eindicken im Bienenstock auf unter 18% Wassergehalt in den Waben zu kristallisieren beginnt. Beim Honigschleudern für die Imker eine ziemliche Ernüchterung: Zuerst Freude über die vollen Honigwaben, beim Öffnen der Wachsdeckel kommt dann fester Honig zum Vorschein. Mit herkömmlichen Mitteln ist dieser auch als Zementhonig bezeichnete Honig nicht nutzbar. Bei uns im Betrieb kommen die Waben ins Lager und werden den Völkern im Frühling zurückgegeben, denn als Winterfutter sind sie leider ebenfalls nicht brauchbar 🙁 .
Trotzdem war die Ernte 2024 zufriedenstellend – überdurchschnittliche Mengen bei Blütenhonig und eine geschmacklich sehr ansprechender Lindenblütenhonig sind in ausreichender Menge vorhanden 🙂 .

